Intrinsisch motiviert
Ich hatte schon immer die Vision von einem Ort für alle, die nicht auf extrinsische Motivation angewiesen sind
Planung
Während unzähligen Stunden machte ich mir Gedanken zur Logistik, dem zeitlichen Ablauf, den Teilnehmer*innen, Finanzierung, Kommunikation und Dokumentation.
Viel Vorbereitungszeit nahm auch der Musikraum in Anspruch, den ich im grössten Zimmer des Hauses einrichtete.
Das Campi di Cascio ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Um dessen Geschichte für mein Projekt besser zugänglich zu machen, liess ich meine Eltern von früher erzählen.
Umsetzung
Fünf Wochen, zweiundzwanzig Menschen, Sonne, Regen und Pizza.
Freihype begann in der Übergangszeit der Frühlingsferien, die meine Schwester mit Freund*innen im Campi di Cascio verbrachte und ging fünf Wochen später in die Vorbereitungsphase für die Mietsaison über.
In diesen fünf Wochen waren 22 Menschen während jeweils rund einer Woche anwesend, die sich mit verschiedensten intrinsisch motivierten Vorhaben beschäftigten. Eine collageartige Zusammenstellung der dabei entstandenen Eindrücke findest du hier.
In dieser Zeit richtete ich Arbeitsplätze und den Musikraum ein, organisierte, interviewte Teilnehmende, führte Gespräche übers Hyperwerk, forschte an alternativen Dokumentationsmethoden und arbeitete an eigenen Projekten.
Zu Beginn jeder Woche rief ich alle Anwesenden zu einem kurzen Briefing zusammen, erklärte die Infrastruktur, positionierte mich zu meinem Projekt, kündete an, was ich in dieser Woche selbst vorhatte und erkundete mich nach Bedürfnissen. Im Haupteingang hingen zwei grosse Plakate mit allen wichtigen Infos zum Projekt, vom Wifi-Passwort bis zum QR-Code, über den Teilnehmende ihren Wochenbeitrag von 80 Franken bezahlen konnten.
Viel Arbeit im und ums Haus wurde mir ungefragt abgenommen, was mich sehr freute und bestätigte, dass dies auch ohne klare Planung funktioniert.
DER MUSIKRAUM ENTSTEHT
FAZIT
Obwohl es natürlich noch viele offene Fragen gibt, werte ich den ersten Freihype-Versuch als grossen Erfolg.
Diese fünf Wochen haben gezeigt, dass ein grosses Interesse an solch einem Raum besteht, dass sich das Campi di Cascio sehr gut als Austragungsort dafür eignet und dass das Projekt auch fürs Haus eine Bereicherung ist.
Erkennt
nisse
Es gibt kein schlechtes Wetter
Die erste grosse Erkenntnis war, dass sich mein Projekt und die Mietsaison perfekt ergänzen, da es – ganz im Gegensatz zum Tourismus – für Freihype eigentlich kein schlechtes Wetter gibt. Bei warmem Sonnenschein fühlt sich das Haus grösser an, da alles auch draussen gemacht werden kann. Die Möglichkeit, ans Meer zu fahren oder im Pool zu baden, bringt aber auch viel Ablenkung mit sich, wobei man bei schlechtem Wetter – vielleicht sogar mit brennendem Feuer im Kamin – manchmal erst so richtig ins Machen kommt.
© Felix Stöckle
Der Frühling 22 war eine sehr schöne und inspirierende, aber auch strenge Zeit für mich. Was mir vor allem fehlte, waren Verschnaufpausen zwischen den Wochen, die oft nahtlos ineinander übergingen. Während den Wochen war ich immer sehr beschäftigt mit der Umsetzung der Dinge, die ich mir selbst vorgenommen hatte. Manchmal hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, um auf die einzelnen Personen und ihre Projekte einzugehen.
Verstärkt wurde dieser Umstand dadurch, dass es – nicht nur für mich – eher etwas weniger Personen pro Woche und dafür länger als nur eine, vielleicht zwei Wochen oder auch mehr hätten sein dürfen.
Sich an einem unbekannten Ort in rund sieben Tagen in eine Gruppe mit bis zu acht neuen Menschen einzufühlen und dabei noch fleissig an einem eigenen Projekt zu arbeiten, war ein sehr sportlicher Anspruch.
AUCH DIE ARCHE WURDE DIESEN FRÜHLING WIEDERENTDECKT
Dank
Herzlichen Dank an alle, die mit mir den Sprung ins kalte Wasser gewagt haben.
Mein grösster Dank gebührt all denen, die sich im Frühling 2022 als Freihype-Pionier*innen nach Italien wagten, all denen die mir stundenlang zuhörten, mitdachten, mithalfen oder in irgendeiner Weise ihren Beitrag dazu leisteten. Meinen Eltern dafür, dass es das Haus überhaupt gibt und meinem Vater, dass er es uns fast gratis überliess.
©2022 Lucca Jäger
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